Hat man Ihnen einst beigebracht
wie aus einem leicht verwundbaren Herzen,
gewiß erinnern auch sie sich noch,
ein Indianerherz wird?
Ganz sicher haben sie alles befolgt.
Kinder, so sagt man, lernen sehr schnell.
Oder waren sie eins von den Dummen, den Faulen,
die niemals begriffen, worum es hier ging?
Die dann heutzutage nicht an sich halten
und nach jeder Entgleisung
Entschuldigung murmelnd die Nase hochziehn.
Wie es auch ist, vielleicht würden Sie trotzdem
auch heut gern noch weinen,
nur möchten sie nicht eins der oben erwähnten
und natürlich immer nur trosteshalber
gesprochenen Worte hör’n.
Möglicherweise wissen sie ja
auch gar nicht mehr,
wie das mit dem Weinen damals eigentlich gin
Ich weiß, wie es geht!
Ich hab ein Rezept:
Kaufen Sie sich eine große Schale voll Zwiebeln
(für einen ersten Versuch tun’s auch zwei
bis drei Stück).
Nehmen sie nun ein Messer zur Hand und
schälen sie, so viele sie mögen.
Dann schneiden sie ihre Zwiebeln in Stücke
oder, je nach Belieben, in dünne Scheiben
und atmen dabei, wie sie es gewohnt sind,
nur durch die Nase und prompt,
ich versichere es, können Sie weinen.
Ganz legitim, denn:
sie schneiden ja Zwiebeln.
Niemand wird sie Heulsuse rufen und niemand
appelliert an ihr indianisches Herz
Aber Vorsicht:
fangen Sie wirklich erst an mit dem Weinen,
wenn sie eine der Zwiebeln geschnitten haben
sonst schöpft ihr Umfeld wohlmöglich Verdacht.
Sind dann genug der Tränen geflossen,
könnten sie sich eine Suppe bereiten
aus all diesen Stücken und Zwiebelscheiben –
schmeckt ganz ausgezeichnet und gibt neue Kraft